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Ich glaube an Wunder oder Du kannst

Hey, Moin und Servus,

im September und Oktober 2022 bin ich den Jakobsweg Camino del Norte gelaufen.

Unterwegs bin ich auf Theresa (Anfang 30) aus Tschechien gestoßen. Es geht hier auf dem Weg nicht darum, wo du arbeitest, wie deine Stellenbezeichnung ist oder wie du wohnst. Es geht um die Menschen, die Persönlichkeiten und individuellen Geschichten.

Man kommt (wenn man das möchte) sehr schnell in tiefgreifende Gespräche. Theresas Vater ist erst einige Monate zuvor verstorben. Oh man denke ich mir und ich beschwere mich seit Jahren, dass meine Eltern geschieden sind und mittlerweile seit Jahren das Elternhaus verkauft ist.
Wie muss Sie sich wohl fühlen? Wir laufen Kilometer für Kilometer, hören uns aktiv zu und versuchen aus den jeweiligen Herausforderungen wahrhaftige Synergieeffekte zu finden. Was haben wir privat oder beruflich ausprobiert, das uns geholfen hat?

Gefühlt ging mir das übrigens mit jedem Menschen so, den ich getroffen habe. Unabhängig vom Alter, Geschlecht, der Herausforderung vor der die Person gerade steht, was Sie erlebt hat.
Eine wiederkehrende Botschaft war auf alle Fälle:
„Das Leben ist eine Reise, nimm nicht so viel Gepäck mit.“

Zurück zu Theresa. Sie hat ihren Vater sehr verehrt und bewundert für seine lebensbejahende Art. Oft hat die Familie gesagt „Du kannst doch jetzt nicht Fahrrad fahren, es gibt doch gleich Abendessen und außerdem müssen wir noch…“.
„Doch das kann ich.“ sagt er mit einem Lächeln und kam noch freudestrahlender zurück.
DU KANNST.

Noch einen Tag zuvor sind Theresa, einige andere Pilger und ich an einem tollen Aussichtspunkt vorbei gekommen. Über eine steile Steintreppe hinauf, hatte man einen wundervollen Blick auf das Meer und die Berge.
Theresa erzählt mir, dass ihr gestern bei den Treppen zur tollen Aussicht sofort das Lied „Stairway to heaven“ und ihr Vater in den Kopf gekommen ist. Theresa und ich sind sehr ergriffen und laufen gerade eine steile Wiese nach oben hinauf in Richtung eines Minidorfes mit einer markanten & großen Kirche.

Rainbow for you

Ich schlage vor, dass wir uns in die Wiese legen und den Moment und das ehrliche Gespräch genießen. Gesagt getan. Rucksack und Schuhe zur Seite und ab in die Wiese legen.
Wir haben einen schönen Blick auf eine begrünte Bergkette und dann passiert es: Ich sehe trotz klarstem Sonnenschein und nur ein paar vereinzelten hellen Wolken einen Regenbogen.

„Schau mal Theresa ein Regenbogen.“ Sie sagt: „Ich sehe ihn nicht.“ Und das obwohl ich ihr mehrmals die Richtung zeige. Ich nehme meine Sonnenbrille ab und tatsächlich ohne Sonnenbrille sieht man den Regenbogen nicht. Ich gebe Theresa meine Sonnenbrille rüber und dann sieht Sie den Regenbogen.

Ich sage „Wow dein Dad hat einen Regenbogen für dich zum Vorschein gebracht.
Theresa antwortet „Nein der Regenbogen ist für alle da.“
Wir genießen dieses Wunder, die Gänsehaut, diesen Moment und die Emotionen in vollen Zügen und halten es bildlich fest. Eventuell haben wir “auch noch Zwiebeln geschnitten” und deswegen ist die ein oder andere Träne gekullert.

Ich wünsche dir einen Rainbow-Tag,
Liebe Grüße Tobias

PS: Hier noch ein Tipp meiner lieben Mitpilgerin Linde. Wenn das mit dem Weinen schwerfällt, warte am besten bis es regnet.

Auf dem Weg nach oben zur markanten Kirche

Hier ist es passiert: In der Wiese liegend mit Blich Richtung Bergkette und Himmel. WUNDERvoll

Somewhere over the rainbow

Video auf Youtube ansehen.

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